06.07. 2007
Der Traum vom eigenen Kickertisch
   

Vom Ullrich Kicker zum Fireball
Auf diesen Moment hatten sie lange gewartet. Wie viele Stunden Arbeit in diesem Paket steckten, konnte keiner mehr genau sagen. Ebenso wenig, wie viele Probleme sie lösen und wie viele glückliche Zufälle sie aufbrauchen mussten, bis endlich wahr wurde, was über Jahre nur als Traum existierte. Als es dann endlich soweit war und der erste Fireball vor ihnen stand, der 140 Kilo schwere Prototyp ihres selbst entworfenen Kickers, da war alle Mühe vergessen. »Das war so ein geiles Gefühl«, erinnert sich Oktay Mann, »wir waren wie vom Schlag getroffen.«Die innovativste und ungewöhnlichste Tischkicker-AG Deutschlands besteht aus den Kickerkumpeln Oktay Mann und Thierry Müller, strategisch unterstützt von den Geschäftspartnern Helmut Isbrecht und Bernhard Reiser.Oktay und Thierry gehören zur Prominenz der Tischfußballszene, sind absolute Könner an den Stangen. Oktay räumte schon bei mehreren Deutschen Meisterschaften ab. Thierry, ein Ziehsohn der deutschen Kicker-Legende Andreas Thiele, sammelt seine Trophäen bei nationalen und internationalen Turnieren wie andere Leute Briefmarken.Nebenbei gehörten sie Ende 2000 zu den Gründungsmitgliedern der Tischfußballvereinigung »Players 4 Players« (P4P), die bis heute landesweit über 800 Mitglieder hat, eine eigene Deutsche Meisterschaft ausspielt und im letzten Jahr eine Weltmeisterschaft auf die Beine stellte.Schon bei der Gründung von P4P hatte Oktay angeregt, einen eigenen Kickertisch zu entwerfen. Durchsetzen konnte er sich mit dieser Empfehlung nicht, aber der dringende Wunsch, es irgendwann einmal zu versuchen, blieb bestehen.Szenenwechsel: Helmut Isbrecht und Bernhard Reiser waren eingefleischte Kneipenspieler. Ihr Traum vom eigenen Tisch scheiterte immer an den horrenden Preisen - bis sie sich im Jahr 2000 auf dem asiatischen Markt umschauten. Hersteller gab es dort reichlich. »War aber alles billig zusammen geklatscht «, sagt Isbrecht, »einfach grottenschlecht!«Zwei Kneipenspieler sammeln FlugmeilenIrgendwann fanden sie eine chinesische Firma, die einen stabilen Korpus liefern konnte. Orientiert an den Standards, die hierzulande durch die Kickerschmieden Leonhart und Lehmacher vorgegeben sind, entwickelten sie eigene Figuren und investierten in eine stabilere Verarbeitung.Ein Nerven aufreibendes Jahr, zahlreiche Nachbesserungen und noch mehr Flugmeilen brauchte es, bis der Tisch bereit stand. Auch wenn sich Qualitätsschwankungen nicht ganz vermeiden lassen, wie Isbrecht einräumt, ist der Ullrich-Kicker sehr solide und für den Heimgebrauch bestens geeignet. Das bestätigte ihnen auch die NDR-Sendung »Ratgeber Technik«, die »den Ullrich« im Test zum »klaren Preis-Leistungssieger« erklärte. Auch Oktay Mann war beeindruckt und erzählte Isbrecht von den Plänen, die er seit Jahren mit sich herumtrug.Vom Ullrich-Kicker zum FireballSo fand das unterschiedlich befähigte Quartett schließlich zusammen und setzte sich daran, einen unverwüstlichen Kicker für ambitionierte Tischfußballer zu bauen.Grundbedingungen: Es sollten sich erstmals sämtliche Techniken aller international gängigen Modelle spielen lassen und der Holztisch gleichzeitig weit unter 1000 Euro kosten. Die Cracks steuerten ihr technischen Wissen bei, die Strategen ihre Erfahrung als Produzenten. Während Thierry und Oktay den Tisch und völlig neue Figuren konzipierten, fanden Isbrecht und Reiser mit der kanadischen, in China ansässigen Firma Rock-it einen adäquaten Hersteller, der eine qualitativ hochwertige Produktion garantieren konnte.Das war Anfang 2006 - und ein halbes Jahr später flatterte bereits das erste Paket aus China ins Haus. »Wir konnten unsere Vorstellungen eins-zueins umsetzen«, zieht Isbrecht zufrieden Bilanz, doch er weiß, dass der Fireball benannte Kicker die größte Hürde erst noch nehmen muss.Verkaufsförderung durch Turniere und ShowroomsEinen neuen Tisch in einer Szene zu etablieren, die seit Jahrzehnte auf den Modellen bewährter Marken spielt, ist nämlich verdammt schwierig. Doch die vier Konstrukteure sind von ihrem Tisch überzeugt und hoffen, dass sich die Leute unvoreingenommen ihr eigenes Bild machen.Deshalb setzen sie auf ungewöhnliche Veranstaltungen, wie das wohl größte Amateur- Kicker-Turnier Deutschlands: Im Dezember nahmen in Hamburg über 150 Spieler an der »Rache der Kickerkralle« teil.Zusätzlich bieten sie ihre Tische zum Verleih an und haben in Stuttgart, Andernach und Offenburg erste Showrooms eröffnet, in denen jedermann Probespielen kann. Weitere sollen folgen.Seit vier Monaten läuft der Verkauf und bislang haben sie, so Oktay, »um die 100 Tische ausgeliefert«. Damit ist er zufrieden, doch er weiß: Bis der Traum vom ultimativen Kicker wahr wird, werden wahrscheinlich noch Jahre vergehen.
Verwandte Artikel:Made in China: Der Ullrich-Kicker
Relevante Artikel:www.ullrich-kicker.de
www.fireball-kicker.de
Players 4 Players - Tischfussballvereinigung e. V.

    Quelle: www.bolzenonline.de (bi)

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